Ein Tag mit einem Entwicklungsingenieur
8.00 UhrNachdem ich meine Kollegen im Großraumbüro begrüßt habe, beginne ich den Arbeitstag mit dem Lesen der Post und dem Beantworten meiner Mails. Dann starte ich in meinem PC ein spezielles Konstruktionsprogramm. Was auf dem Bildschirm erscheint, ist heute der dreidimensionale Entwurf für das neue Gehäuse einer Röntgenröhre. Mit Hilfe des Programms kann ich das Modell drehen, zoomen und verschieben. Einige Details müssen noch überprüft werden: Sind alle Bohrungen angebracht? Habe ich alle Maße richtig eingehalten? Stimmt das Design?
10.00 Uhr
Projektbesprechung: Da meist mehrere Kollegen an einem Projekt arbeiten, berichten wir dem Team in regelmäßigen Abständen den aktuellen Stand und besprechen Probleme. Es ist enorm wichtig, Informationen auszutauschen. Wie bei einer Fußballmannschaft! Was helfen viele Einzelstars, wenn diese nicht miteinander spielen? Nur wenn alle gut kooperieren, können Spitzenergebnisse erzielt werden. Ich erläutere, dass mein Computerentwurf heute an den Gusshersteller weitergeleitet werden könnte. Die Gussfirma baut mit meinen Daten ein spezielles Werkzeug, mit dem das Gehäuse schließlich angefertigt wird. Mein Projektleiter weist mich darauf hin, alles noch mal genau zu kontrollieren. Denn wenn ich etwas Wichtiges übersehen habe, kostet eine nachträgliche Änderung sehr viel Geld.
12.00 Uhr
Mittags gehen wir gemeinsam in die firmeneigene Kantine. Beim Essen unterhalten wir uns in der Regel über das vergangene Wochenende, über Urlaubspläne oder unsere Hobbies.
13.00 Uhr
Gestärkt geht es wieder an die Arbeit. Bis 16 Uhr will ich mir jedes Detail am Modell noch einmal ganz genau ansehen. Ich hoffe, ich schaffe es bis dahin. Da die Arbeit meiner Kollegen häufig davon abhängt, dass ich es pünktlich schaffe, stehe ich an manchen Tagen ganz schön unter Strom. Ein Großraumbüro hat zwar den Vorteil, dass man viel von den anderen mitbekommt und auch schnell mal bei einem Kollegen etwas nachfragen kann. Aber wenn man sich konzentrieren muss, können einen Diskussionen und Telefongespräche von nebenan schnell aus dem Konzept bringen. Noch nicht einmal mein Telefon steht still: Ein Kollege aus der Fertigung hat Probleme. Ich gehe runter und erkläre ihm die Montagefolge vor Ort.
16.30 Uhr
Mit einer halben Stunde Verspätung ist die Überprüfung meines Entwurfes endlich fertig. Soweit ist alles in Ordnung, resümiere ich. Lediglich bei einer Abmessung bin ich mir noch unsicher und frage zur Sicherheit noch einen Kollegen um Rat. Glücklicherweise sind wir uns einig. Jetzt bin ich mir sicher, dass alles stimmt und ich nichts vergessen habe.
17.30 Uhr
Nachdem ich mein Modell auf CD-ROM gebrannt habe, schicke ich die Daten zur Gussfirma und rufe den Werkzeugkonstrukteur an. Er versichert mir, sofort nach Erhalt der CD mit der Konstruktion zu beginnen. Es können noch drei Monate vergehen, bis ich endlich das erste Muster meines Modells in Händen halten kann. Dieser Moment bringt jedesmal ein gutes Gefühl mit sich.
⇐ Ein Tag mit ...
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