Ein Tag mit einer selbständige Wirtschaftingenieurin
Montag morgens, meist so gegen 6.00 Uhr, starte ich zum Bahnhof oder zum Flughafen, je nachdem wo ich in dieser Woche arbeiten werde. Genau genommen beginnt meine Arbeitswoche schon am Sonntag Abend. Dann heißt es nämlich Koffer packen. Eine Woche unterwegs muss gut geplant sein. Also gehe ich in Gedanken schon einmal meinen Arbeitsplan durch und sortiere alle notwendigen Unterlagen, die ich auf keinen Fall vergessen darf. Meine wichtigsten Utensilien sind mein Laptop und natürlich auch mein Handy. Klar, mein Schreibtisch muss ebenso mobil sein wie ich!7.00 Uhr
Die Fahrt nutze ich zum Wachwerden, lese die Zeitung, unterhalte mich ein wenig mit meinen Mitreisenden oder starte meinen Laptop und treffe die ersten Vorbereitungen.
10.00 Uhr
Der Schwerpunkt meiner Beratungstätigkeit liegt zurzeit in Süddeutschland. Mein Kunde ist ein großes Energieunternehmen, das vor kurzem mit einer anderen Firma fusionierte.
Unter solchen Umständen werden Teile der Firma, beispielsweise das Rechnungswesen, das Kommunikationssystem oder auch der Mitarbeiterstamm, neu organisiert. Mit diesem Projekt ist ein Team beschäftigt, das zum einen aus Angestellten, zum anderen aus freien Unternehmensberatern besteht. Zu Beginn unserer Arbeitswoche besprechen wir gemeinsam, wie wir den Aufbau an den verschiedenen Standorten des Unternehmens unterstützen, modifizieren und verbessern können, und informieren uns gegenseitig über den aktuellen Stand.
13.00 Uhr
Mittags gehe ich in der Regel mit einigen Teamkollegen in ein nahegelegenes Cafe, wo wir einen kleinen Snack zu uns nehmen.
14.00 Uhr
In dem Projekt unterstütze ich unter anderem den Aufbau eines neuen Call-Centers. Hier sollen sich kompetente Ansprechpartner um Probleme der Buchhaltung und des Rechnungswesens der Kunden kümmern. Meine Aufgabe besteht im Wesentlichen aus der Koordination der beteiligten Fachabteilungen und der Einarbeitung der neuen Mitarbeiter in die Systeme und Abläufe. Das Geschäft in der Energiebranche hat einige Besonderheiten, denn Strom ist kein sichtbares, greifbares Gut. Das technische Wissen, wie er erzeugt und verteilt wird, hilft mir sehr, um die daraus resultierenden Geschäfts-vorfälle zu verstehen. Ein Buch beispielsweise kann versehentlich doppelt geliefert und in Rechnung gestellt werden; bei Strom ist dies unmöglich. Regelmäßig nehme ich auch an Workshops teil, in denen die einzelnen Abteilungen ihre Anforderungen an die Systeme mit den Programmierern absprechen. Im Moment gibt es technische Probleme mit den IT-Systemen, sodass sich deren Einführung verzögert. Den Zeitverlust versuche ich natürlich so gering wie möglich zu halten. Die Umbruchsituation des Unternehmens macht es jedoch schwierig, alles reibungsfrei zu koordinieren.
17.00 Uhr
Zusätzlich will das Energieunternehmen eine Rechnungsprüfung, die bislang ein externer Dienstleister durchführte, wieder selbst bearbeiten. Damit die Übernahme reibungslos klappt, stelle ich einen detaillierten Plan auf und erarbeite gemeinsam mit Mitarbeitern aus den betroffenen Abteilungen die nötigen Maßnahmen. Da die Datenübergabe des Dienstleisters am nächsten Tag im Ruhrgebiet erfolgt, bedeutet das für mich, dass ich am Abend wieder meine Koffer packen muss. Ich freue mich schon, nach einer Woche unterwegs am Freitag Abend wieder zurück in Berlin zu sein und dort mein freies Wochenende zu verbringen.
⇐ Ein Tag mit ...
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